Gesunder Wein ...

Vignerons de Camplong

Corbières, Südfrankreich

 

Stichwort 'Gesunder Rotwein': Der Wein der ‚Vignerons de Camplong’ ist nach einhelligem Urteil sehr gut verträglich, auch wenn man einmal ein Glas zu viel getrunken hat.

Dafür gibt es eine Abfolge ganz konkreter Gründe:

 -  Lage

Der Weinbau kann sich in Camplong d'Aude auf eine lange Tradition berufen. Begünstigt durch eine einmalige Großlage (terroir de Lagrasse) findet der Weinbau hier optimale Bedingungen vor. Das im Norden gelegene Bergmassiv der Montagne d’Alaric schützt gegen kalte Winde und zu viel Regen. Die Weingärten unserer Kleinlage schmiegen sich an ihre Hänge, sind deswegen nicht groß und immer wieder unterbrochen von Schluchten, wilden Steilhängen und grünen Bachtälern. Die bergseitige Wildnis, sowie Zypressenhecken, Olivenhaine, die typische Kräuterheide der Garrigue und Piniengehölze unterbrechen die Anbauflächen und vermeiden so die Gefahren von Monokultur.

 

 

Camplong d'Aude: ein Weinfeld im Frühjahr, oberhalb l'Arjole am Orbieu

 

-  Boden

Steinige Kalk-Lehmböden mit großer Tiefe (Fels- und Alluvialböden) bieten in dieser Kleinlage das volle Mineralspektrum. Bewässerung ist nicht möglich und nicht nötig: Die Weinstöcke bilden bis zu 15 Meter tiefe Wurzeln aus, um ihre Versorgung sicherzustellen. Damit wird ein Maximum an Mineralstoffen aus dem Boden geholt. Gleichzeitig bewahrt diese Disposition die Weinpflanzen vor Trockenstress, der in weniger tiefen, jedoch bewässerten Böden schon bei geringer Trockenheit auftreten kann. Allerdings übersteigen die Erträge auf diese Weise selten 40 Hektoliter / Hektar.

 -  Klima

Sonnenreich, trocken und windig: Zusammen mit der aufgelockerten Anbauweise sind dies die besten Voraussetzungen für minimalen Einsatz von Spritzmitteln im Weinberg. Absolutes Minimum schont hier nicht nur die Natur und den Geldbeutel, sondern macht die Trauben praktisch so giftfrei, dass man sie sofort essen kann. Der ausgewogene Wechsel von maritimem Mittelmeerklima (mild und feucht) und kontinental geprägtem Atlantikklima (trockener Wind, viel Sonne) gibt den Pflanzen alles, was sie für ein gesundes Wachstum brauchen.

 

 -  Traubensorten

 

Traditionsgemäß stellen die Winzer der Corbières keinen sortenreinen Wein her, sondern setzen auf Cuvées, die verschiedene Traubensorten (cépages) kombinieren (assemblage). Das setzt große Erfahrung in der Kellertechnik voraus, ermöglicht aber eine optimale Ausnutzung der verschiedenen Lagen: Präzises Wissen sagt den Weinbauern, wo welcher Wein die besten Ergebnisse bringt.

      Aus dieser Kombination ergibt sich u.a. das besondere Profil eines Weingutes bzw. einer Genossenschaft. Die Vignerons de Camplong können ihre hervorragenden Lagen und ihre von der Natur begünstigten Bedingungen auf diese Weise optimal nutzen und bauen folgende Weinsorten an: zu 40% Carignan, zu jeweils 10% Cinsault und Syrah, zu 12% Mourvedre und zu 28% Grenache. Im Peyres Nobles rouge überwiegen z.B. Carignan (50%) und Syrah (25%), neben Grenache (15%) und Mourvedre (10%); im rosé überwiegt der Grenache, im blanc der Grenache blanc, in den Barrique-Weinen über 40 jahre alter Carignan, Mourvedre und Syrah. Eine genaue Aufstellung zeigt die Tabelle ‚Traubensorten’.

Der Rotwein Cuvée des Vignerons wird von der Kritik hochgelobt und hat ein ganz besonders ausgewogenes Verhältnis seiner Traubensorten: 40% Carignan (min 25 Jahre alte Weinstöcke), 24% Syrah, 24% Grenache, 12% Mourvedre. Diese trauben werden in kleinen Mengen handverlesen und garantieren saubere Qualität auf höchstem Niveau. der Rotwein LA CUVEE des VIGNERONS hat ein besonderes Verhältnis an

Traubensorten: 23% Carignan (von min 25 Jahre alten Weinstöcken), 40% Syrah, 20% Grenache und 17% Mourvedre. Alle handverlesen. Das gibt ihm sein unverwechselbares Bukett.

 

-  Pflege und Ernte

Regelmäßige Arbeit im Weinberg, vor allem Bodenbearbeitung (der Vorteil von Kleinbauern in einer Genossenschaft: jedes gute Wetter kann sofort genutzt werden), rechtzeitiger und sorgfältiger Schnitt und eine punktgenaue Ernte von Hand sind Voraussetzungen für Qualität. Der Faktor Mensch, also ‚Arbeit’, gewinnt neuerdings in der Weinbeurteilung wieder mehr Gewicht, neben ausgefeilter Kellertechnik (dem ‚Ausbau’) und der Qualität der Lage. Außerdem kommen vor dem Ausbau immer noch der Anbau, das Klein- und Großklima, die Pflege, die Traubensorten und eine schonende Ernte unter sauberen Bedingungen zum richtigen Zeitpunkt.    

 -  Kellertechnik

Hier wird modernstes Material verwendet (siehe 'Genossenschaft'). Beispiel: Da die von Hand geernteten Trauben trocken, sauber und auf kürzestem Weg in die Kellerei gelangen, können die Beeren mit einem Abbeergerät (égrappoir’) aus Edelstahl schonend von den Stielen getrennt werden, um sie unversehrt zunächst in hermetischen Edelstahlbehältern zu keltern. Dies ermöglicht eine Gärung auf der ganzen Beere, als sogenannte Kohlensäuregärung (maceration carbonique, ohne Sauerstoff und Hefe), welche die optimale Ausbeute der Geschmacksstoffe und Polyphenole (siehe Resveratrol) gewährleistet, die dem Wein seinen einmaligen Geschmack und seine wohltuende Wirkung verleihen. Camplong hat früh Erfahrungen gesammelt mit diesem Verfahren, es wurde perfektioniert und verlängert, mit einem sogenannten 'heißen Finale' oder einem Übergang zur Maischegärung, die auch die besonderen Wirkstoffe der Traubenkerne zur Geltung bringt (bei exakt kontrollierter Temperatur und minimalem SO²-Einsatz, siehe 'Önologische Analyse'). Es kommen also modernste Techniken zum Einsatz, die auf einen ausgewogenen Ausbau zielen, welcher Tradition mit neuestem Wissen und Können verbindet. Dafür hat sich die Genossenschaft schon Anfang der Neunziger Jahre die fachliche Unterstützung der renommierten Önologen Michel Tardieu und Dominique Laurent gesichert. Heute berät sie der Önologe Marc Dubernet. Damit widerlegt diese Cave Coopérative das verbreitete Vorurteil, nach dem Genossenschaften angeblich in der Kellertechnik und im Ausbau des Weins nicht mit privaten Weingütern (chateaux) mithalten könnten.

 

 

Alte Carignan-Weinstöcke, mit Blick auf die Montagne d'Alaric

 

-       Fazit   

Der gute Wein aus Camplong entsteht durch Synergie, also die richtig abgestimmte Kombination aller Faktoren. Nichts wird verschenkt oder dem Zufall überlassen, jedes Qualitätselement wird sorgfältig durch alle Phasen der Weinherstellung getragen und weiterentwickelt. Nur dadurch können die strengen Auflagen von ‚terra vitis’ mit Leichtigkeit erfüllt werden. Nur dadurch haben sich die Vignerons de Camplong einen international geachteten Namen erworben, den sie nicht modernen Marketingstrategien, sondern ganz einfach kontinuierlicher Qualität und entschiedenem Umweltbewusstsein verdanken.

 

 

 

Die Montagne d'Alaric (600 üNN), aufgelockerte Terrassenlagen und Camplong d'Aude, im Frühjahr

 

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